Behandlung einer diagnostizierten Adipositas

Die Behandlung einer Adipositas ist nicht leicht. Von großer Relevanz sind der Wille und die Motivation des Betroffenen. Grundlage der Adipositas-Therapie ist der Abbau des Körpergewichts. Dazu ist es notwendig, die Kalorienzufuhr zu minimieren und den Kalorienverbrauch zu erhöhen. Dahinter steht ein einfaches Prinzip. Sobald der Körper regelmäßig weniger Energie erhält und mehr Kalorien verbraucht, ist er darauf angewiesen, gespeicherte Kalorien zu verwerten. Infolgedessen sinkt das Körpergewicht langsam und spürbar. Die Motivation und der Ehrgeiz des Betroffenen stehen im Vordergrund. Für langfristige Ziele und Erfolge sind Disziplin und Konsequenz notwendig. Maßnahmen wie ein veränderter Ernährungsstil lassen sich ausschließlich aus eigener Kraft und eigenem Willen umsetzen. Wichtig ist, sämtliche Maßnahmen nach einer Gewichtsabnahme weiterzuführen. So lässt sich das reduzierte Gewicht halten.

 

Eine Vielzahl der Betroffenen reduziert das vorhandene Übergewicht in Eigenregie. Unterstützende Hilfe durch Freunde und Verwandte ist hierbei elementar. In schweren Fällen ist eine zusätzliche medikamentöse Therapie angeraten. Ein operativer Einsatz kann unter bestimmten Voraussetzungen notwendig sein. Entscheidend für die Auswahl geeigneter Therapiemaßnahmen ist das Ausmaß des vorhandenen Übergewichts oder der Grad einer vorhandenen Adipositas. Gleichzeitig sind eingetretene oder drohende Folgekrankheiten für die Wahl der besten Behandlung relevant.

 

 

➔    Die Ernährungsumstellung als Non-Plus-Ultra bei der Adipositas-Therapie

Oftmals genügt der Verlust weniger Kilos, um Folgekrankheiten oder Begleitsymptome einer Adipositas zu lindern. Diese Aussage trifft vor allem auf Diabetes zu. Diversen Fachleuten zufolge genügen fünf bis zehn Kilogramm, um die Blutzuckerwerte Betroffener zu senken. Damit eine Gewichtsabnahme erfolgreich verläuft, ist ein langsamer Beginn erforderlich. Anderenfalls ist der berühmte Jojo-Effekt nicht weit. Zudem haben schnelle Diäten im Fall von Adipositas keinen langfristigen Nutzen. Nach einer Abspeck-Aktion würde die Routine eintreten. Falsche Essregeln wären erneut alltäglich. Ziel einer veränderten Ernährungsweise bei Adipositas ist es, das gewohnte Essverhalten langfristig und dauerhaft zu verändern. Um ein reduziertes Gewicht zu halten, muss sich der Lebensstil ändern.

 

Als Grundlage für ein umgestelltes Essverhalten raten Experten zu ausgewogener Kost mit wenigen Kalorien. Parallel empfiehlt sich Bewegung. Betroffene, die selbstständig an ihrem Essverhalten arbeiten möchten, sind mit den Richtlinien der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) gut beraten. Die DGE hat zehn Regeln aufgestellt, die auf aktuelle, wissenschaftliche Erkenntnisse beruhen und zu einem genussvollen, gesunden Essverhalten beitragen. Zu diesen Regeln zählen Getreideprodukte, Obst und Gemüse. Zucker und Salz gilt es in Maßen zu genießen, versteckte Fette idealerweise zu vermeiden.

Obst und Gemüse

Mögliche Nebenwirkungen aufgrund einer Ernährungsumstellung

 

Unerwünschte Nebenwirkungen sind ausschließlich bei einem starken und schnellen Gewichtsabbau potenziell. Hierzu zählen Schwindelgefühle, ein stark fallender Blutdruck oder Schwäche. Bei schneller Gewichtsreduktion ist die Annahme von Gallensteinen erhöht. In jedem Fall ist eine Therapie begleitende, ärztliche Behandlung angeraten.

 

 

➔    Mehr Bewegung gegen Adipositas

Neben einer kalorienreduzierten Ernährung empfiehlt sich ein regelmäßiges Bewegungsprogramm. Generell gilt zu erwähnen, dass mehr Bewegung nicht zwingend zur Gewichtsabnahme beiträgt. Durch den erhöhten Energieverbrauch findet zwar ein Fettabbau statt, parallel erfolgt jedoch ein Muskelaufbau. Allerdings steigt durch die zunehmende Muskelmasse der Energieumsatz. Ein Bewegungsprogramm dient vorrangig dem Erhalt eines reduzierten Gewichts. Ferner hat Bewegung einen positiven Einfluss auf das Sättigungsgefühl und die Psyche Betroffener. Stress lässt sich mittels Sport leichter abbauen und die Motivation steigern.

 

Zu empfehlen sind Ausdauersportarten. Zum Beispiel joggen, schwimmen oder wandern. Das eigene Potenzial langsam steigern, um körperliche Beschwerden zu vermeiden. Vorsicht gilt, sofern lange keine Aktivität stattfand, körperliche Barrieren oder Krankheiten vorliegen und bei einem Alter ab 35. Hier ist ärztlicher Rat einzuholen.

 

Joggen

➔    Verhaltensänderung bei Adipositas empfehlenswert

Eine Adipositas-Behandlung erfordert oftmals einen Wandel des Verhaltens. Hierzu ist eine Verhaltenstherapie erforderlich. Der Zeitraum beträgt durchschnittlich 18 Wochen, mit jeweils einem Treffen wöchentlich. Mithilfe dieser Therapie lassen sich Ernährungs- und Bewegungs-Programme effektiver umsetzen. Teilnehmer erlernen eine verbesserte Eigenkontrolle und Techniken zum Bewältigen von Stress. Während einer Therapie ist die Selbstkontrolle gefragt. Zusätzlich helfen Selbsthilfegruppen, den Abnehmerfolg zu steigern. Ein Austausch untereinander ist wichtig und gegenseitige Motivation stärkt den Ehrgeiz.

 

 

 

➔    Medikamentöse Behandlung bei Adipositas

Eine medikamentöse Behandlung ist angeraten, wenn andere Maßnahmen und Therapien nicht oder nicht in dem gewünschten Umfang greifen. Ferner sind Medikamente zur unterstützenden Behandlung notwendig, wenn der BMI über 30 reicht oder Folgekrankheiten vorliegen. Während der Medikation ist eine ärztliche Kontrolle notwendig.

 

Behandelt wird regelmäßig mit Orlisat. Dieser verringert die Fettaufnahme im Darm. Orlisat kann zu einem Blähbauch führen, wenn sich der Patient zu fettreich ernährt. Die Lust auf fettreiche Speisen vergeht. Gallensteine oder eine verminderte Funktion der Bauchspeicheldrüse gelten als Gegenanzeigen für Orlisat.

 

 

➔    Chirurgische Maßnahmen zur Behandlung von Adipositas

Bei extrem übergewichtigen Erwachsenen mit einem BMI ab 40 sind regelmäßig chirurgische Maßnahmen notwendig. Auch Patienten mit einem BMI ab 35 und schwerwiegenden Folgekrankheiten kann ein chirurgischer Eingriff helfen. Zum Einsatz kommen unterschiedliche Verfahren mit dem Ziel, das Magenvolumen zu verkleinern.

 

Als bekannte Maßnahme gilt das Gastric Banding. Am oberen Teil des Magens erfolgt das Anlegen eines Silikonbandes, welches den Magen-Durchmesser verkleinert. Durch den verkleinerten Magen tritt das Sättigungsgefühl bei dem Patienten schneller ein. Unter Umständen kann das Silikonband einen flüssigen Inhalt enthalten, wodurch ein nachträgliches Regulieren ermöglicht wird. Nach dem Eingriff erfolgt ein zügiger Gewichtsabbau. Nach 18 bis 24 Monaten pendelt sich der Gewichtsverlust ein. Generell lässt sich bei einer chirurgisch bedingten Gewichtsabnahme zwischen 30 und 60 Kilogramm ausgehen.

Umfangsreduzierung

Chirurgische Eingriffe sind mit eventuellen Nebenwirkungen und Risiken verbunden. Vor allem Adipositas-Operationen gelten als gefährlich. Die Sterblichkeitsrate liegt zwischen 0,3 und 1,6 Prozent. Zudem sind teilweise schwerwiegende Komplikationen gegeben. Etwa 20 Prozent aller Patienten verursachen eigene Misserfolge trotz Operation. So wird beispielsweise hochkalorienreiche, flüssige Nahrung aufgenommen. Oder der Verzehr größerer Mengen Nahrung denkt den Magen erneut aus.

 

Ein operativer Eingriff ist somit nicht für den Erfolg einer Adipositas-Therapie entscheidend. Ein nachhaltiger Wandel des Lebensstils ist erforderlich.